Die Ausbildungsskala einfach erklärt – Grundlage jeder Dressur
Von Eva Schlünsen, Bereiterin und Dressurausbilderin · 2025-04-01
Die Ausbildungsskala ist der Leitfaden für jede Pferdeausbildung. Sie beschreibt sechs aufeinander aufbauende Stufen, die jedes Pferd durchlaufen sollte.
1. Takt
Der Takt ist die Gleichmäßigkeit der Schrittfolge in allen drei Grundgangarten. Ein taktrein gehendes Pferd bewegt sich rhythmisch und regelmäßig.
2. Losgelassenheit
Ein losgelassenes Pferd bewegt sich ohne Verspannungen. Es schwingt mit dem Rücken, kaut zufrieden am Gebiss und zeigt einen zufriedenen Gesichtsausdruck.
3. Anlehnung
Die Anlehnung beschreibt die gleichmäßige, weiche Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul. Sie ist das Ergebnis von Takt und Losgelassenheit.
4. Schwung
Schwung entsteht durch die energische Aktivität der Hinterhand. Das Pferd tritt kraftvoll ab und überträgt diese Energie über den schwingenden Rücken.
5. Geraderichten
Jedes Pferd hat eine natürliche Schiefe. Geraderichten bedeutet, das Pferd gleichmäßig auf beide Seiten zu gymnastizieren.
6. Versammlung
Die höchste Stufe: Das Pferd trägt sich selbst, nimmt mehr Last auf die Hinterhand und gewinnt an Ausdruck und Erhabenheit.
Praxistipp
Die Ausbildungsskala ist kein starres Schema. In der täglichen Arbeit berücksichtigt ein erfahrener Trainer alle Stufen gleichzeitig und passt das Training individuell an.