Pferd gymnastizieren – Die besten Übungen für mehr Geschmeidigkeit
Von Eva Schlünsen, Bereiterin und Dressurausbilderin · 2025-06-15
Gymnastizierung bedeutet, das Pferd gleichmäßig auf beiden Seiten zu trainieren, seine Muskulatur aufzubauen und die natürliche Schiefe auszugleichen.
Warum Gymnastizierung?
Jedes Pferd hat eine natürliche Schiefe – ähnlich wie Links- oder Rechtshänder beim Menschen. Ohne gezielte Gymnastizierung wird eine Seite stärker belastet, was langfristig zu Verschleiß und Verletzungen führen kann.
Übung 1: Zirkel verkleinern und vergrößern
Diese klassische Übung fördert die Biegsamkeit und Versammlungsfähigkeit. Verkleinern Sie den Zirkel schrittweise auf 10 Meter und vergrößern Sie ihn wieder. Achten Sie auf gleichmäßige Biegung.
Übung 2: Schenkelweichen
Schenkelweichen ist eine ideale Einstiegsübung in die Seitengänge. Das Pferd lernt, auf den seitlich treibenden Schenkel zu reagieren und sich seitwärts zu bewegen.
Übung 3: Schlangenlinien
Schlangenlinien durch die ganze Bahn schulen die Durchlässigkeit und den Handwechsel. Variieren Sie die Anzahl der Bögen je nach Ausbildungsstand.
Übung 4: Übergänge
Häufige Übergänge zwischen den Gangarten – und auch innerhalb einer Gangart – sind das beste Mittel zur Gymnastizierung. Sie fördern Aufmerksamkeit, Durchlässigkeit und Tragkraft.
Übung 5: Cavaletti-Arbeit
Cavaletti stärken die Muskulatur, verbessern den Takt und fördern die Aufmerksamkeit des Pferdes. Beginnen Sie im Schritt und steigern Sie langsam.
Auf den Ausbildungsstand achten
Nicht jede Übung eignet sich für jedes Pferd. Ein erfahrener Dressurausbilder kann einen individuellen Gymnastizierungsplan erstellen, der auf den Ausbildungsstand und die körperlichen Voraussetzungen Ihres Pferdes abgestimmt ist.